Südamerika 2011 – ein kurzer Reisebericht und Neues aus São Paulo (Teil 1 von 2)
Ein Reisebericht von Helene Götzen.
Mein diesjähriger Besuch in Südamerika führte mich zunächst durch den Norden Perus. In Chimbote, eine Stadt die vom Fischfang und der Fischmehlproduktion lebt, beherrscht große Armut den Stadtrand; die Menschen strömen in Scharen aus dem Landesinneren, weil sie sich in der Stadt Arbeit erhoffen. Franziskaner Patres haben dort die Tagesstätte LENTCH (steht für: Licht und Hoffnung für Straßenkinder von Chimbote) für die auf der Straße arbeitenden Kinder eingerichtet. Die Kleinen bekommen zwei warme Mahlzeiten und schulische Betreuung.
Impressionen der Kindertagesstätte LENTCH (=Licht und Hoffnung für die Straßenkinder von Chimbote)
Die Folkloreaufführung der Kinder für Gäste bringt Spaß und Freude – und zum Abschluss gibt es frisch gebackenes Brot)
Weiter führte der Weg durch steile Serpentinen zu den Andendörfern auf 4.500 Meter Höhe, wo die Menschen noch sehr stark mit ihrer Tradition und der Natur verbunden sind. Eine evangelische und katholische Kirche bemühen sich um die außerschulische Weiterbildung der Jugendlichen. Beim Bau eines Brunnens, beim Feste feiern und vielen kleinen Dingen des Alltags staunte ich darüber wie gut die Dorfgemeinschaft funktioniert.
v.l.n.r: die Bibliothekarin und der Schulleiter, Mädchen in ihrem Kiosk und im Computerunterricht
Besuch in der Comunitario da Reconciliacao in Sao Paulo Brasil
Meine letzte Station war die Comunidade da Reconciliacao in São Paulo, Brasilien – unser gemeinsames SORRISO Projekt.
Hier nahm mich Isabell, die Leiterin der Einrichtung, herzlich bei sich im Haus auf. Ich hatte Gelegenheit den Kindergarten sowie die ganztägige Schulbetreuung zu besuchen und machte mir ein Bild über das wachsende Angebot, mit dem wir die Menschen dort unterstützen: kulturelle Bildung durch Theater und Tanz, Computerkurse für Kinder und Erwachsene, Kochkurse, Friseurausbildung, verschiedene handwerkliche Kurse. Insgesamt arbeiten in der Comunitario da Reconciliacao 30 ausgebildete Erzieher, die selbst einmal Schüler der Einrichtung waren sowie weitere 20 Koordinatoren, die die unterschiedlichen Bereich betreuen.
Kinder in der Einrichtung der Comunitario da Reconciliacao in Sao Paulo
Mit Mut, Herz und Erfahrung
Eliane, auch ehemalige Schülerin, begleitete mich durch das Viertel und erzählte mir voller Stolz ihre Lebensgeschichte: “Aufgewachsen in einer Wellblechhütte, verheiratet mit einem drogensüchtigen Mann, 2 Kinder und jetzt Abschluss der Diplomarbeit im Fach Sozialpädagogik auf der staatlichen Universität!“
Mit viel Begeisterung gibt sie den Frauen und Kindern des Viertels Mut, koordiniert die Teilnahme an den Programmen der Reconciliacao und motiviert sie, persönlich zu wachsen, um das Leben aus eigener Initiative heraus zu verändern. Eine erstaunliche und mutige Lebensgeschichte, die sie zum Vorbild vieler Menschen macht.
Die Comunidade da Reconciliacao unterstützt mit ihren Programmen die Entwicklung des Menschen in allen wichtigen Lebensbereichen: persönlich, beruflich und im sozialen Umgang mit der Familie und dem Wohnviertel. Regelmäßige Treffen, Feste oder Veranstaltungen von Bazaren stärken das Miteinander der Gemeinschaft. Innerhalb der einzelnen Kurse konnte ich eine große Solidarität unter den Teilnehmern feststellen.
Ich freue mich darüber, was in diesem Jahr alles passiert ist und sehe, dass unsere Arbeit Früchte trägt.
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